21 Jahre Unabhängige Garchinger

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 2. November im Restaurant „Mei
Wirtshaus“ in Hochbrück wurde ein ganz besonderer Geburtstag gefeiert: 21 Jahre
Unabhängige Garchinger.
Bei einem leckeren Abendessen ließ Peter Riedl auf unterhaltsame Art die Geschichte
und Erfolge der unabhängigen Garchinger Revue passieren.
Viele der Anwesenden erinnerten sich dabei an manch aufregende Begebenheit aus
der spannenden Anfangszeit.
Für ihre Unterstützung und ihr Engagement wurden die langjährigen Mitglieder von
der ersten Vorsitzenden Michaela Theis und dem Initiator der Unabhängigen
Garchinger, Peter Riedl, mit einer Urkunde geehrt.

Für 20 Jahre Mitgliedschaft:
(Walter Baier,) Florian Baierl, Paul Baierl, (Matthias Dietrich,) Harald Grünwald,
Catherine Grünwald, Marina Herchet, Katharina Hicker, (Johann Kastenmüller,
Walter Neugeborn, Eva-Maria Riemann und Johann Schweiger).

Für 21 Jahre Mitgliedschaft:
Brigitte Hicker, Regina Jourdan, Peter Riedl (und Eberhard Schütz).

In ihren Glückwünschen an das 21jährige Geburtstagskind formulierte die erste
Vorsitzende, dass man in diesem Alter voller Energie und neuer Ideen steckt und
offen für Neues ist. Diese Energien und Ideen wollen wir nutzen um auch in Zukunft
die Garchinger Stadtpolitik aktiv mitzubestimmen und dem, was Neues auf uns
zukommt, mit Tatkraft zu begegnen.

Lieferfreies Ortszentrum?

Belebung ohne Ware
Die stetigen Diskussionen um die Belebung des Garchinger Ortszentrums treiben immer neue Blüten.
Und wenn mal eine zu verblühen droht, kommt schon einer und gießt mit Bedacht und
„Fingerspitzengefühl“, damit die Idee nicht verdorrt.
Ein beliebtes Thema ist die leerstehende Ladenfläche am Helmut-Karl-Platz 1. Für die Garchinger
Bürger, die nicht wissen, wo dieser ist, es handelt sich um den Platz am Schwanenbrunnen.
Jahrelang, wenn nicht Jahrzehnte wurde dieser Laden von der Firma Schlecker genutzt. Nach deren
Insolvenz fand sich aber kein neuer Pächter mehr, da die Bedingungen bei der Anmietung zu
unattraktiv erschienen.

Schwierige Vorgaben
Viele Verhandlungen, so der Inhaber der Ladenfläche, seien gescheitert, weil die Anliefersituation
zum Laden nur eine LKW-Größe von maximal 7,5 t zuließ. Moderne Betreiber benötigen jedoch eine
LKW Größe von 12 t, da mit ihnen nicht nur höchstens zwei Läden beliefert werden können, sondern
gleich mehrere. Die Logistik ist ein hart umkämpfter Markt und Kostenfaktor.
Durch die Umgestaltung des Platzes und das Aufstellen von sogenannten Pollern war es aber nicht
mehr möglich die Läden im Durchfahrtsmodus zu beliefern. Das heißt: Die LKW kommen nur vom
westlichen Bereich bei der evangelischen Kirche in den Bürgerplatz, müssen auf diesem wenden und
rückwärts zu den Läden rangieren. Das dieses Vorgehen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt,
dürfte wohl jedem klar sein. Denkt man.
Eine neue Alternative sieht vor, entweder von der B11 oder der Stichstraße der Schleißheimer Straße
über den Helmut-Karl-Platz so zu beliefern, dass die LKW ohne Rangieren in einem Zug über den
Bürgerplatz Richtung Telschowstraße wieder ausfahren können.

Persönliches Befinden in der Politik
Betrachtet man diesbezüglich die Argumentation der Fraktion der Grünen in den betreffenden
Sitzungen, so wird schnell klar: Hier geht es nicht um die Sache, sondern um Personen und
persönliches Abrechnen.
Der Verpächter dieser Ladenfläche ist nämlich die Familie Amon/Ostler.
Und mit dieser Familie haben die Grünen scheinbar noch eine Rechnung offen.
Aber Neid ist ja oft der Untergang der sachlichen Diskussion.
Natürlich ist es schöner, wenn in unserem Ortszentrum nur Fußgänger und Radfahrer unterwegs sein
würden. Aber die rechtlichen Voraussetzungen für den Lieferverkehr wurden schon vor Jahren bei
der Entstehung des Ortszentrums gelegt. Wenn dann nach einer Erweiterung oder Umbau plötzlich
dieses Recht auf Anlieferung durch LKW nicht mehr gegeben ist, ist es durchaus nachvollziehbar,
dass ein Investor das beanstandet und Nachbesserung wünscht, zumal er die Kosten dafür selbst
tragen würde. Die Familie Amon/Ostler hat sich hier bereit erklärt, auf eigene Kosten, einen
versenkbaren Poller zu installieren.
In den Augen der Grünen ist das jedoch immer noch eine „ausgemachte Unverschämtheit“, wie im
Münchner Merkur zu lesen war. Dass die Familie Amon/Ostler mit „unsozial und undemokratisch“ in
Verbindung gebracht werden, ist besonders den Grünen zu verdanken.

Drohung eines Bürgerbegehrens
Dass Herr Kratzl in der Sitzung noch ein Bürgerbegehren beantragen wollte, kennzeichnet ihre
fachliche Weitsicht. Es wäre mir neu, wenn bestehendes Recht durch ein Bürgerbegehren
aufgehoben werden könnte. Aber Polemik ist ja bekanntlich das Schwert der Unwissenden.
Es bleibt also spannend und interessant bei der Belebung unseres Ortszentrums. Wäre es nicht so
traurig, wäre es sogar amüsant.
Liebe Garchinger, besuchen sie einfach mal die Sitzungen des Stadtrates, es gibt immer was zu
erleben.

Ein frohes neues Jahr  wünscht ihnen
Harald Grünwald
2. Vorsitzender
Unabhängige Garchinger

Zwei Jubiläen

Ein frühes Ende prophezeiten ihnen viele – besonders Neider. Doch im November konnten die
Unabhängigen Garchinger ihr 21-jähriges Bestehen feiern.
Anfangs stand eine Idee, nicht vom Gründer, dem 1990 nicht mehr für den Gemeinderat kandidierenden
Peter Riedl. Nachdem aber Bürgermeister Karl ein Jahr später beim einjährigen Stadtgründungsfest
mehrere Stadträte aus seiner SPD-Fraktion vorfühlen ließ, ob ihr ehemaliger Mitstreiter eine freie
Wählergruppe gründen wolle, war zumindest die Idee da.

Die Gründung​

So fanden sich Ende 1994 acht Gleichgesinnte, um die festgefügte Parteienlandschaft in Garching
aufzubrechen, seinerzeit ein mutiges Unterfangen. Denn die dominierenden Parteien SPD und CSU
witterten bei jedem Andersdenkenden „Verrat“, besonders beim Gründer der Unabhängigen. Die ließen
sich nicht beirren. Nicht wenige wollten sich erst im Herbst 95 (!) namentlich mit der neuen
Gruppierung in Verbindung bringen lassen. Das kennzeichnete das politische Klima in Garching,
besetzt von zwei großen Polit-Blöcken.
Der vielfach unterschätzte Durchhaltewille und das ausgeprägte politische Stehvermögen bescherte den
Unabhängigen einen großen Wahlerfolg, der sofort eines ihrer Ziele zementierte: Mehrheiten
verändern. Der damalige Bürgermeister Karl mochte dies kaum wahrhaben.

Nach dem Erfolg​

Sein Lockangebot an das frisch gewählte Fraktionsmitglied Roland Lösch führte zum Erfolg, obwohl er
die Zusage nicht einhalten konnte. Der neue Mandatsträger, vorher bei der CSU, hatte sich 1995 den
Unabhängigen Garchingern aus eigenem Antrieb angeschlossen. 1996 wechselte er vor der ersten
Sitzung zur SPD – kein „Husarenstück“, wie sich Karl brüstete. Dafür hatten er und seine ihm
bedingungslos folgende Fraktion das politische Klima empfindlich gestört, die Mehrheit im Stadtrat aber
immer noch nicht. Die SPD musste daher die Macht ab 1996 mit der CSU teilen. ​
In den Jahren danach zeigten die Unabhängigen Garchinger, dass sie die politische Gestaltung der Stadt
konstruktiv mittragen und verantworten konnten, verloren dennoch ihr viertes, bei der SPD liegendes
Mandat nicht aus den Augen. Sie bekamen es nach dem U-Bahn-Bürgerentscheid zurück.
Die Zeitung​
Dem Einzug in den Stadtrat folgten vor allem gegen zwei Mitglieder der Fraktion persönliche
Verunglimpfungen. Dies führte dazu, im Herbst 1997 die Zeitung „Der Ratschlag“ ins Leben zu rufen.
Damit beendeten die Unabhängigen die haltlose, in einer großen Zeitungsanzeige geäußerte Vermutung
der CSU-Fraktion unter Nikui, ihr Fraktionschef Riedl hätte sich kaufen lassen, genauso rasch wie die
wirtschaftlich schädigenden Gerüchte gegen seinen Stellvertreter Baierl. Mittlerweile ist die Zeitung
nach 18 Jahren regelmäßigen Erscheinens viel gelesen – nicht nur von den politischen Mitbewerbern.

Die Ernte​

Ein Leitartikel in „Der Ratschlag“ war 2013 Grundlage eines Leitartikels der sich exklusiv gebenden
„SZ“, was nicht jede Zeitung mit politischem Hintergrund schafft. ​
2008 wählte der Stadtrat den Gründer und Fraktionschef der Unabhängigen Garchinger zum Zweiten
Bürgermeister, obwohl CSU und Unabhängige keine Mehrheit hatten. Schließlich ist Riedl bislang der
erste und einzige aktive Stadtrat, der mit der goldenen Verdienstmedaille trotz einer sechsjährigen
Unterbrechung ausgezeichnet ist. Solche Erfolge kommen nicht von ungefähr. ​
Sie beweisen die kontinuierliche, konstruktive und gründliche Arbeit der Unabhängigen und ihres
derzeitigen Spitzenmannes. Darauf dürfen sie zu Recht stolz sein. Der Mitgliederstamm ist daher für
eine noch junge Wählergemeinschaft hoch und stabil, obwohl Freie Wähler keine Parteisoldaten sind.
Die Unabhängigen Garchinger sind eine feste Größe in unserer Stadt.