Tag der offenen Tür am TU Campus

Der jährliche Tag der offenen Tür im Forschungsgelände steht wieder an: 21.10.2017. Viele Institute und Forschungseinrichtungen zeigen interessierten Bürgern ihre Arbeiten und Forschungsergebnisse. Man sollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, der einen oder anderen Einrichtung einen Besuch abzustatten.

Und wieder möchte ich auf die Reihe: „Was machen eigentlich unsere Nachbarn, die Forscher, in Garching?“ hinweisen: Am 12.11.2017 stellt Prof. Peter Gritzmann „Die diskrete Mathematik der Demokratie“ vor. Wie immer im Institute for Advanced Study der TUM um 11.00 Uhr.

Ein neues Stadtviertel

„Wann geht es denn endlich los mit der Kommunikationszone?“ lautet eine in Garching häufig gestellte Frage. Dahinter steht bei vielen das Interesse an einer Immobilie in dem neuen Wohngebiet, das die Lücke zwischen Garching und dem Campus der TU München im Norden schließen wird.
Seit dem städtebaulichen Wettbewerb im Jahr 2012 ist schon einige Zeit vergangen. Nachdem nun alle betroffenen Grundstückseigentümer eine Grundsatzvereinbarung unterzeichnet haben, hat das Projekt deutlich an Fahrt aufgenommen. Bei seinen Sitzungen im November 2016 und März 2017 sowie bei einer Klausurtagung im Januar 2017 setzte sich der Stadtrat intensiv und kritisch mit dem Siegerentwurf des Wettbewerbs auseinander. Schließlich sollen hier in sehr kurzer Zeit unter anderem eine Grundschule, Studentenwohnheime, Ladenflächen, Sportanlagen und vor allem 1250 Wohnungen und Häuser entstehen, die Platz für 2800 Menschen bieten. Um einerseits den Bewohnern des neuen Quartiers eine möglichst hohe und bezahlbare Lebensqualität zu bieten und andererseits einen sinnvollen Übergang zu den bestehenden Quartieren zu finden, gibt es einiges zu bedenken.
Die Fraktion der Unabhängigen Garchinger hat sich dazu mit vielen Ideen eingebracht und den Städteplanern des Münchener Büros „Keller/Damm/Roser“ so einige Hausaufgaben aufgegeben.
Auf einen Antrag des Fraktionsvorsitzenden der UG, Florian Baierl, ist es zurückzuführen, dass der Stadtrat in der Aprilsitzung letztendlich beschlossen hat, den Schrannerweg als wichtigen Rad- und Fußgängerweg in seiner Bedeutung durch eine großzügigen Grünstreifen mit Baumbepflanzung zu stärken und so einen harmonischen Übergang zur bestehenden Bebauung im Westen zu ermöglichen.
In einem weiteren Antrag vom Juni 2017 fordern die Unanbhängigen Garchinger die Stadt Garching dazu auf, eine Konzept für die Kommunikationszone zu entwickeln, das darauf abzielt, generationsübergreifende und genossenschaftliche Wohnprojekte zu fördern und barrierefreies und behindertengerechtes Bauen zu forcieren. Einerseits dient das dazu durch flexible Wohnformen, bezahlbaren Wohnraum für Familien zu schaffen, der sich den sich verändernden Lebensbedingungen anpassen kann. Andererseits können die älteren Mitbürger so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Die UG fordern darüber hinaus, dass es in dem neuen Quartier eine Begegnungsstätte zur generationsübergreifenden Vernetzung der Bewohner geben soll, auch, um so nachbarschaftliche Unterstützungsstrukturen zu ermöglichen.
In der Sitzung am 23.03. hat der Stadtrat die Freigabe der Entwurfsplanung für das Verfahren zur Aufstellung des Bauleitplans erteilt und somit einen weiteren Schritt auf dem Weg zum neuen Wohngebiet getan.
Es ist anzunehmen, dass die Stadt ein hohes Interesse daran hat, dass es nun zügig vorangeht. Schließlich rechnet sie spätestens im Haushaltsjahr 2019 mit über 16 Millionen Euro Einnahmen aus Grundstücksverkäufen in der Kommunikationszone. Daher lautet meine vorsichtige Prognose, dass wohl eher 2020 die ersten Häuser in der Kommunikationszone (ent-)stehen werden.

Michaela Theis
Stadträtin

Radlautobahn: Radschnellweg München – Garching

Radfahren ohne Gefährdung durch Autofahrer, kreuzungsfreies Erreichen des Zieles und noch dazu eine Einsparung schädlicher Emissionen. Das wäre das Ziel einer Radschnellwegeverbindung zwischen Ballungszentren und Kommunen. Eine Vision, die es umzusetzen gilt oder wenigstens einmal in voller Konsequenz zu planen und ALLE beteiligten Parteien dazu ins Boot zu holen. Und mit Parteien sind hier nicht die politischen gemeint.
Ein solches Pilotprojekt soll jetzt als erste Radlautobahn Bayerns in München entstehen. Eventuell von der Neuherbergstraße bis nach Unterschleißheim, mit Abzweig zum Forschungscampus (quer durch das Industriegebiet Hochbrück) für schlappe 34 Mio. Euro.

Der Gedanke an sich scheint auf den ersten Blick recht gut zu sein. Alle oben genannten Argumente wurden hier berücksichtigt. Am Ziel schießt man aber hier vorbei. Das hier in Zukunft täglich bis zu 5400 Radfahrer unterwegs sein werden ist soweit in der Zukunft, wenn nicht sogar unrealistisch. Das der Radschnellweg ein Schnellweg sein soll mindert die Auslastung durch die Radfahrer um ein Weiteres.
Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h soll auf einem solchen Schnellweg gefahren werden. Das schafft kein normal, im Büro tätiger Angestellter oder Arbeiter auf dem Weg zur Arbeit. Elektrofahrräder werden bekanntlich bis 25km/h durch den E-Motor unterstützt und die Art von E-Bikes, die schneller fahren, brauchen ein Nummernschild und sind somit nicht für eine Radwegeverbindung zugelassen. Die dazugehörige Infrastruktur müsste auch mit den Nutznießern eines solchen Prestigeprojekts errichtet werden. An den jeweiligen Zielpunkten müssen die Firmen den Mitarbeitern auch Gelegenheit zum Duschen geben. Denn wer will schon verschwitzt an einem Meeting im Campus teilnehmen, wenn er vorher von seinem Doktorandenplatz oder Praktikumsplatz bei BMW startet.
Dass man die Radschnellwege immer parallel zu einer Bundesstraße führen muss halte ich ebenfalls für eine unzumutbare Regelung. Dies ist nämlich eine Voraussetzung damit das Land Bayern die Baumaßnahme unterstützt. Man will als Radfahrer doch nicht als Feinstaubfilter fungieren.
34 Mio. Euro könnten sinnvoller eingesetzt werden und das gleiche Ziel erreichen.
– Ein zeitgemäßer Ausbau des bestehenden Radwegenetzes.
– Eine grundlegende Sanierung der Radwege inklusive einer Beleuchtung, die diese Bezeichnung auch verdient.
– Errichten von Radstellplätzen mit Ladeplätzen für E-Bikes. Einhergehen muss dazu auch eine Radstellplatzsatzung für alle Firmen im Landkreis München und ein Einwirken der Politik auf die Firmen, ein solches Fahrradkonzept durch Infrastrukturelle Maßnahmen zu unterstützen.

Harald Grünwald
Stadtrat