Die Kommunikationszone

Der nächste Schritt ist getan
In den Mai- und Juni-Sitzungen des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses beschäftigten sich Stadträte, Bürgermeister und Verwaltung ausgiebig mit den weiteren Schritten zur Entwicklung in der Kommunikationszone, einem Baugebiet mit ca. 30 ha Gesamtfläche und einer geplanten Bevölkerung von bis zu 3000 Bürgern.
Es wurden sämtliche Anregungen der Träger öffentlicher Belange, sowie von Bürgern und Privatpersonen behandelt und gewürdigt. Nun soll ein städtebaulicher Vertrag mit den jeweiligen Grundeigentümern endgültig unterzeichnet und anschließend der jetzige Stand nochmals öffentlich ausgelegt werden.
Viele Verbesserungen aus unserer Sicht konnten wir als Fraktion der Unabhängigen Garchinger im Verfahren einbringen. Auf Antrag unseres Stadtrats Florian Baierl kommt dem Schrannerweg als wichtiger Fuß- und Fahrradweg mit öffentlichem Grün und Baumbepflanzung nun eine größere Bedeutung zu. Ebenso konnten wir eine bessere Anordnung und höhere Anzahl von Einzelhäusern am südlichen Rand des Baugebiets, sowie Bereiche mit Satteldächern durchsetzen. Resultierend aus einem weiteren Antrag der Unabhängigen Garchinger wird es in dem neuen Baugebiet eine Quote für genossenschaftliche Wohnanlagen geben.
Bei den eingegangenen Anregungen war wiederum der Bereich Schrannerweg ein Schwerpunktthema. Das Areal mit Weg und öffentlichem Grün von insgesamt 11m Breite war bereits gesichert. Zuletzt ging es noch um die Häuser- und Gärtenanordnung nach dem öffentlichen Grün. Aufgrund unserer Intervention kamen wir schließlich zu einer Kompromisslösung. Die östlich des Schrannerwegs liegenden Häuserzeilen mit Westausrichtung erhielten vernünftige Gärten, die den Grünbereich im Kern des neuen Gebietes lediglich um zwei Meter reduzieren.
Wir sehen die Lösung insgesamt als gelungen an, sowohl für die Bestandsbebauung wie auch für die neuen Bauherren.
Es gab darüber hinaus grundlegende Kritik bezüglich der Baudichte, der Art der Erschließungsstraße, sowie der Geschwindigkeit der Bauentwicklung.
Beim Thema Baudichte kann man immer unterschiedlicher Meinung sein, jedoch sieht der Stadtrat hier keine Änderungsnotwendigkeit. Die Erschließung findet im Kernbereich über eine Ringstraße statt. Dies ergibt sich aus dem Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbes. Die Anwendung einer Ringstraße hat nach Meinung der Kritiker einen erhöhten Flächenbedarf. Wir sehen darin auch viele Vorteile, wie gleichmäßige Verkehrsverteilung und Ausweichmöglichkeit bei Verkehrsstörungen.
Manche Bürger sehen die Geschwindigkeit der Umsetzung der Bebauung als zu rasant an.
Tatsächlich ist die mögliche Entwicklung derzeit in zwei Hauptabschnitte vorgesehen. Frühestens wenn der erste Abschnitt bis zu 70% verbaut ist, kann mit dem zweiten begonnen werden. Die Teilflächen sind so gewählt, dass eine vernünftige Entwicklung inklusive der nötigen Erschließung stattfinden kann. Dadurch ist unserer Meinung nach ein gesundes und verträgliches Wachstum der Garchinger Bevölkerung gewährleistet.
Einige Garchinger sehen das Baugebiet als Bedrohung, gar als überdimensioniert an. Diese Ängste sind für mich unbegründet. Natürlich wird durch diese Entwicklung eine Belastung auf Garching zukommen. Man muss dieser aber positiv entgegentreten. Die Verwaltung, die Vereine und auch die Garchinger Bürger sind hier aufgefordert, sich um die neuen Bewohner des Gebietes zu kümmern, sie zu integrieren. Man sollte sich hier auch einmal in die Lage der Wohnungssuchenden versetzen. Es gilt auch deren Seite zu betrachten. Die größten Kritiker des Bebauungsplanes sind Bürger, die schon ein Eigenheim und somit ein gemachtes Nest besitzen.
Ja, die Bevölkerungszahl wird dadurch um ca. 3000 Personen erhöht, so wie es im Stadtentwicklungsprozess, der mit diversen Beteiligten u.a. mit vielen Bürgern vor gut 10 Jahren erarbeitet wurde, vorgesehen ist.
Wir sollten das Baugebiet als Chance betrachten. Um die Möglichkeit zu schaffen viele Garchinger, vor allem jüngere Mitbürger in Garching halten zu können, sei es als Mieter, als Anteilseigner einer Genossenschaft oder als Eigentümer. So werden diese nicht gezwungen Garching zu verlassen. Darüber hinaus wird sich für viele in Garching beschäftigte Bürger die Möglichkeit ergeben, arbeitsplatznah eine Wohnmöglichkeit, somit eine neue Heimat zu finden.
Selbstverständlich muss sich die Stadt auf die erhöhten Anforderungen hinsichtlich Infrastruktur, Schulen, Kindertagesstätten, etc. einstellen und meistern. (vgl. Roadmap Garching 2030)
Deshalb hat der Stadtrat hier die Initiative ergriffen und diese Planung mehrheitlich auf den Weg gebracht. Lassen Sie uns Garching gestalten und nicht schon vorher alles zerreden, wie es von der ein oder anderen Fraktion versucht wird.

Harald Grünwald,
Stadtrat

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