Drei neue Grundschulen für Garching: Lieber klotzen statt kleckern

Wie viele Schulen braucht Garching?
Klar ist: wenn eine Stadt wächst, dann müssen auch neue Schulen gebaut werden. Deshalb hat der Stadtrat in der Oktobersitzung 2016 den Neubau einer dreizügigen neuen „Grundschule Nord“ in der Kommunikationszone beschlossen. Dass das bei weitem nicht ausreicht wurde jetzt klar.
„Schockierend“ fand nicht nur der Bürgermeister den Bedarf an neuen Klassenräumen für Garching, den eine externe Beraterin (Frau Lehner, Schulrätin a.D.) vor dem Haupt- und Finanzausschuss prognostizierte. Das Ergebnis der sorgfältigen Datenanalyse ist in der Tat eine gewaltige Anforderung an die Stadt Garching: um den Bedarf bis zum Schuljahr 2022/23 abdecken zu können muss die neu geplante Grundschule Nord Platz für fünf bis sechs Parallelklassen pro Jahrgang statt wie beschlossen nur für drei bieten. Die Grundschule Ost soll am bisherigen Standort ein neues Gebäude bekommen und in Hochbrück soll ebenfalls eine neue Schule mit Platz für insgesamt 10 Klassen gebaut werden. Der eindringliche Rat der ehemaligen Schulrätin an die Stadträte lautete: „Bauen Sie keine Schule, die im ersten Jahr schon zu klein ist!“
In der Stadtratssitzung am 23. November wurde lange und ausführlich über das neue Schulentwicklungs-
konzept diskutiert. Es zeichnete sich ab, dass es wohl eine Mehrheit für einen fünfzügigen Neubau geben wird. Eine endgültige Entscheidung soll aber erst in der Dezembersitzung fallen. Vorher sollen Kostenschätzungen für verschiedene Varianten bei der Entscheidung helfen.
Die Fraktion der Unabhängigen Garchinger ist ebenfalls der Meinung, dass die neue Schule mindestens fünfzügig werden muss. Die ebenfalls diskutierte Variante zunächst nur vierzügig zu bauen und gegebenenfalls zu erweitern, halten wir für unsinnig.
Bereits jetzt reichen die Klassenräume in den vorhandenen Grundschulen nicht aus. Die Grundschule Ost muss während der Zeit des Neubaus in die neue Grundschule Nord ausweichen. Damit dies ohne einen Umzug in Container möglich ist, müssen dort mindestens fünf Klassenzimmer pro Jahrgang vorhanden sein.
Eine nachträgliche Erweiterung kostet mehr Geld und belastet die neue Schule außerdem über Jahre durch die Bauarbeiten. Darüberhinaus ist der Anteil der förderbaren Fläche bei einer fünfzügig gebauten Schule höher als bei einer vierzügigen Schule. Somit ist es für die Stadt günstiger gleich fünfzügig zu bauen. Klotzen ist billiger als kleckern!

Welche Art von Schulen braucht Garching?
Für Garching bieten die anstehenden Schulneubauten eine große Chance. Das Schulraum – Entwicklungskonzept, das in der November Sitzung des Stadtrates beschlossen wurde ist ein Lernhauskonzept mit vielen Ermöglichungsräumen für das Lernen und Leben in der Schule.
Damit die jungen Schüler und Schülerinnen auch bei höheren Schülerzahlen nicht in einem unübersichtlichen Schulhaus „untergehen“, sondern in einer geborgenen Umgebung lernen können, wird das Schulhaus in mehrere sogenannte Lernhäuser untergliedert, die in sich geschlossene Einheiten für jeweils ca. vier Klassen bilden. Die Kinder betreten „ihren“ Bereich durch eine vorgelagerte Garderobe. Die Klassenzimmer gruppieren sich daran anschließend um eine gemeinsam genutzte Mitte und werden durch Gruppenräume miteinander verbunden. Am Vormittag kann in den Räulichkeiten auf vielfältige Art gelernt werden. Am Nachmittag können die Kinder im Rahmen einer offenen Ganztagsbetreuung dort spielen, basteln und Hausaufgaben machen. Für die Ganztagsbetreuung werden im Schulhaus neben einer Mensa weitere eigene Räume entstehen, die die Expertin als „Wohnzimmer“ der Kinder bezeichnet.
Um eine bessere Vorstellung von diesem Konzept zu bekommen besichtigten einige Stadträte Ende November zwei neu gebaute Grundschulen: eine Grundschule im Münchner Westen mit Tagesheim und die erst in diesem Schuljahr eröffnete Volksschule in Pullach. Die Stadträte der Fraktion der Unabhängigen Garchinger überzeugte dabei vor allem das konsequent durchgezogene Lernhaus-Konzept der Pullacher Schule. Die Unabhängigen Garchinger werden sich dafür einsetzen, für unsere Schüler ein modernes, freundliches, geborgenes und zukunftsfähiges Schulhaus zu schaffen, das eine vielfältige Nutzung für verschiedene Lernformen und eine flexible, familienfreundliche Betreuung am Nachmittag ermöglicht.

Michaela Theis
Stadträtin

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