Ein Schwimmbad für Garching

Garching hatte bis vor etwa 15 Jahren eine kleine Schwimmhalle mit einem 14m-Becken in der Schule West. Aufgrund eines Sanierungsstaus und sehr überschaubarer Frequentierung außerhalb der Schulzeiten entschloss sich der Stadtrat damals für die Stilllegung des Schwimmbeckens. In diesem Bereich ist jetzt die Schulmensa. Viele Garchinger lernten in diesem Becken das Schwimmen.
Heute werden Garchinger Schüler mit dem Bus zum Schwimmunterricht in die umliegenden Nachbarkommunen gefahren.
Der Wunsch nach einem eigenen Schwimmbad in Garching ist seit der Schließung sowohl in der Bevölkerung als auch im Stadtrat dennoch nicht erloschen. So hat man sich im Stadtrat auch im Rahmen der Diskussion zum Flächennutzungsplan bzw. zur Flächenaufteilung in der Kommunikationszone dafür entschieden eine Fläche für ein Schwimmbad vorzuhalten, damit zu gegebener Zeit, bei besserer finanzieller Ausstattung der Stadt, die Option bestünde, ein Schwimmbad zu errichten.
Mit der Grobkonzeption der neuen Grundschule Nord kam nun das Thema Lehrschwimmbecken wieder auf die Tagesordnung. Eine Umfrage bei den Bädern in den Nachbarkommunen ergab, dass in Zukunft immer weniger Zeitfenster für Garchinger Schüler zur Verfügung stehen werden. Der Stadtrat entschied, mit einem Lehrschwimmbecken gegen die Entwicklung anzugehen, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen lernen. Es gab auch einen Antrag einer Fraktion zur Errichtung eines Bades mit einem Investor, die unter dem Motto „Ein Pool wäre cool“ im letzten Wahlkampf agiert hatte. Laut Aussagen dieser Fraktion sei es ganz einfach ein Schwimmbad für Garching zu bekommen. Man müsse dazu nur mit angeblich interessierten Investoren Gespräche führen.
Für das weitere Vorgehen wurde eine Arbeitsgruppe aus Fraktionsvertretern ins Leben gerufen, die in Arbeitssitzungen im April diesen Jahres in Zusammenarbeit mit Vertretern der Stadtverwaltung und einem geladenen Fachmann für Bädererrichtung und -betrieb das Thema erörterte. Aus den Beratungen ergab sich eine Konzeption die in der Junisitzung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Die Arbeitssitzungen mit dem sehr kompetenten Bäderfachmann waren hierbei konstruktiv. Zunächst wurde in die Materie der Bäderkunde / Bädermarkt / Einzugsgebiete eingeführt und sodann die ersten Anforderungen für ein Garchinger Bad festgezurrt. In einer weiteren Sitzung wurden aus diesen Anforderungen ein schon recht konkreter Vorschlag entwickelt, unter ständiger Abwägung von Vor- und Nachteilen der einzelnen Aspekte und unter Betrachtung der Investitions- und Betriebskosten.

Schnell stellte der Fachmann klar, dass ein Bad mit den gewünschten Anforderungen nicht, wie im Wahlkampf suggeriert, über ein Investorenmodell erstellbar ist. Denn Investoren bauen generell nur rentable Freizeitbäder mit Spaßbecken, Saunalandschaften und Gastronomie für ein großes Einzugsgebiet und ein entsprechendes großes Grundstück mit ausreichend Parkplätzen.
Den Garchinger Anforderungen mit Fokus auf Schwimmen lernen sowie Schulschwimmen genügt ein Investor mit so einem Angebot nicht.

Somit steht fest, dass Garching ein kommunales Bad errichten muss, das bei der vorliegenden Konzeption erfahrungsgemäß ca. 10 -13 Mio.€ Baukosten bedeutet und mindestens einer halben Mio 000 € jährliches Betriebskostendefizit.
Diese Kosten sind auch der Grund dafür, warum man keinen Investor findet, der ja schließlich Geld verdienen und nicht zuschießen möchte und weshalb bis dato aufgrund der finanziell angespannten Situation, Garching kein Schwimmbad errichtet hat.
Wie geht es nun weiter?
Generell kann man hier nur noch einmal auf die von uns geforderte Roadmap Garching 2030 verweisen (siehe hierzu Artikel auf Seite xx), in die eine Investition dieser Höhe unbedingt eingearbeitet werden muss. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung in seiner Junisitzung damit, die Kosten für die Umsetzung des Arbeitskreis-Ergebnisses zu konkretisieren sowie ein mögliches Finanzierungs- und Betreiberkonzept bis zum Herbst 2018 auszuarbeiten und auch gleich einen Zeitplan (wenn auch nur für das Schwimmbad) mitzuerstellen.

Ansonsten gibt es auch noch die Hoffnung auf eine Zusammenarbeit mit der TU München, in dem Fall auf eine finanzielle Beteiligung der TU, die jedoch auch eine Nutzung von Studenten und Personal der TU bedingt. Aus unserer Sicht wäre das ein schönes wünschenswertes Zusammenarbeitsmodell. Dazu muss der Bürgermeister Gespräche mit dem TUM-Präsidenten Hermann führen. Kommt es zu einer Zusammenarbeit müssen aber auch die Anforderungen seitens der TU in das oben vorgestellte Grobkonzept eingearbeitet werden.

Wir sind zuversichtlich, dass in Garching in naher Zukunft nicht nur im Garchinger See geschwommen werden kann.

Florian Baierl, Michaela Theis,
Stadträte

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