Radlautobahn: Radschnellweg München – Garching

Radfahren ohne Gefährdung durch Autofahrer, kreuzungsfreies Erreichen des Zieles und noch dazu eine Einsparung schädlicher Emissionen. Das wäre das Ziel einer Radschnellwegeverbindung zwischen Ballungszentren und Kommunen. Eine Vision, die es umzusetzen gilt oder wenigstens einmal in voller Konsequenz zu planen und ALLE beteiligten Parteien dazu ins Boot zu holen. Und mit Parteien sind hier nicht die politischen gemeint.
Ein solches Pilotprojekt soll jetzt als erste Radlautobahn Bayerns in München entstehen. Eventuell von der Neuherbergstraße bis nach Unterschleißheim, mit Abzweig zum Forschungscampus (quer durch das Industriegebiet Hochbrück) für schlappe 34 Mio. Euro.

Der Gedanke an sich scheint auf den ersten Blick recht gut zu sein. Alle oben genannten Argumente wurden hier berücksichtigt. Am Ziel schießt man aber hier vorbei. Das hier in Zukunft täglich bis zu 5400 Radfahrer unterwegs sein werden ist soweit in der Zukunft, wenn nicht sogar unrealistisch. Das der Radschnellweg ein Schnellweg sein soll mindert die Auslastung durch die Radfahrer um ein Weiteres.
Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h soll auf einem solchen Schnellweg gefahren werden. Das schafft kein normal, im Büro tätiger Angestellter oder Arbeiter auf dem Weg zur Arbeit. Elektrofahrräder werden bekanntlich bis 25km/h durch den E-Motor unterstützt und die Art von E-Bikes, die schneller fahren, brauchen ein Nummernschild und sind somit nicht für eine Radwegeverbindung zugelassen. Die dazugehörige Infrastruktur müsste auch mit den Nutznießern eines solchen Prestigeprojekts errichtet werden. An den jeweiligen Zielpunkten müssen die Firmen den Mitarbeitern auch Gelegenheit zum Duschen geben. Denn wer will schon verschwitzt an einem Meeting im Campus teilnehmen, wenn er vorher von seinem Doktorandenplatz oder Praktikumsplatz bei BMW startet.
Dass man die Radschnellwege immer parallel zu einer Bundesstraße führen muss halte ich ebenfalls für eine unzumutbare Regelung. Dies ist nämlich eine Voraussetzung damit das Land Bayern die Baumaßnahme unterstützt. Man will als Radfahrer doch nicht als Feinstaubfilter fungieren.
34 Mio. Euro könnten sinnvoller eingesetzt werden und das gleiche Ziel erreichen.
– Ein zeitgemäßer Ausbau des bestehenden Radwegenetzes.
– Eine grundlegende Sanierung der Radwege inklusive einer Beleuchtung, die diese Bezeichnung auch verdient.
– Errichten von Radstellplätzen mit Ladeplätzen für E-Bikes. Einhergehen muss dazu auch eine Radstellplatzsatzung für alle Firmen im Landkreis München und ein Einwirken der Politik auf die Firmen, ein solches Fahrradkonzept durch Infrastrukturelle Maßnahmen zu unterstützen.

Harald Grünwald
Stadtrat

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